Höhere Fachschule für Farbgestaltung
Projektstatus: Abgeschlossen Juni 2010
Kurzbeschreibung des Projekts
Ist die Stadt Zürich tatsächlich so grau, wie man ihr nachsagt, oder ist sie eher blau wie der See und die Trams oder etwa grün wie seine Parks und Promenaden? In einer fünfjährigen Forschungsarbeit, die im Juni 2010 mit der Publikation «Farbraum Stadt» abgeschlossen wurde, setzte sich das Haus der Farbe intensiv mit der Farbigkeit der Limmatstadt auseinander. In Zusammenarbeit mit dem Amt für Städtebau Zürich ermittelt ein interdisziplinäres Team in praktischer Feldforschung sowohl spezifische Quartierfarbigkeiten als auch die Gesamtfarbigkeit der Stadt Zürich.
Dies war kein einfaches Unterfangen. Denn das Stadtbild wird nicht nur von statischen Strukturen wie Gebäuden und Strassenzügen geprägt. Verkehrs- und Menschenströme sorgen für unablässige Veränderung und erschweren damit eine farbliche Erfassung der Stadt. Hinzu kommen zahlreiche temporäre Interventionen wie Werbung, Eventarchitektur oder Baustellen, die ihre eigene Farbigkeit in den Stadtraum tragen.
Um dieser Vielschichtigkeit gerecht zu werden, mussten unterschiedlichste Instrumente wie Farbabnahmen, Fotografien, Videos und Beschriebe zum Einsatz kommen und immer wieder auf ihre Tauglichkeit hin überprüft werden. Gleichzeitig wurde auch das farbige Bild der Stadt Zürich, wie es in den Köpfen seiner Bewohnerinnen und Bewohner lebt, mittels Umfragen erfasst und mit den Ergebnissen der Feldforschung verglichen.
Ziel des Gesamtprojekts war kein normierender «Plan Couleur», sondern vielmehr eine breite Grundlage zu erarbeiten, welche alle am Bauprozess beteiligten dabei unterstützt, differenzierte und angemessene Farbentscheide zu fällen. Dieses Grundlagenmaterial soll jedoch keine Rezepte liefern, wirft aber die wesentlichen Fragen auf und thematisiert die verschiedenen Qualitätsaspekte von Farbgestaltungen im urbanen Raum.
Die Ergebnisse des Forschungsprojekts wurden in Form von Ausstellungen und Veranstaltungen auch der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Denn die öffentliche Diskussion über das Thema der Farbe im urbanen Raum benötigt ebenfalls eine fachliche Grundlage, um differenziert und gewinnbringend geführt zu werden. Auf dieser Basis finden auch Laien qualitative Argumente jenseits von schön oder nicht schön. Gleichzeitig erweitern Interessierte ihr eigenes Bild der Stadt, und sensibilisieren ihren Blick für städtebauliche, architektonische und farbgestalterische Aspekte in ihrem Lebensraum.
Mit diesem einzigartigen Projekt leistete das Haus der Farbe Pionierarbeit, die auch über Zürich hinaus Wirkung zeigt. Die erarbeiteten Forschungsinstrumente haben Modellcharakter und sollen auch in anderen Städten zur Anwendung kommen.
Die Erkenntnisse aus dem Projekt und die daraus entwickelten Arbeitsinstrumente stehen im Kompendium «Farbraum Stadt» in Form von einem Buch, einem Plan, 96 Farbporträts und einem NCS Epochenfächer mit 100 epochentypischen Architekturfarben des 20. Jahrhunderts zur Verfügung.
Für mehr Informationen und Onlinebestellung www.farbraumstadt.ch
Projektpartner
⇒ Amt für Städtebau Zürich
⇒ Fontana&Fontana
⇒ Holcim (Schweiz) AG
⇒ Kontrast Verlag
⇒ Sax-Farben AG
⇒ Schweizerische Zentralstelle für Baurationalisierung CRB
⇒ VASP datatecture GmbH















